Hamsterkiste - Lerngeschichte

Inhaltsverzeichnis

1 Wir sind keine Untertanen mehr

Früher bestand Deutschland aus vielen kleinen Ländern. Jedes Land wurde von einem Grafen, einem Fürsten, manche von einem König regiert. Später, als aus den vielen Ländern das Deutsche Reich geworden war, gab es sogar einen Kaiser an der Spitze dieses Reiches. 

Fürsten und Könige taten so, als gehöre das Land ihnen allein. Sie behaupteten, sie seien "von Gottes Gnaden" eingesetzt. Sie wohnten in großen Palästen, trugen vornehme Kleider, verlangten von ihren Untertanen Steuern und regierten ihre Länder mit Hilfe von Adligen, Beamten und Soldaten. 

Kaiser Wilhelm II., Kaiserin Auguste Viktoria, Prinzessin Viktoria Luise und Gefolge beim Morgenausritt (1906) - 

Bild: Bundesarchiv (gemeinfrei)

Wenn einer von ihnen starb, wurde meistens der älteste Sohn sein Nachfolger.

Die normalen Menschen galten als Untertanen, die wenig zu sagen hatten. Während die meisten Bürger in seinem Reich in einfachen Häusern lebten, ließ sich der bayrische König Ludwig zum Beispiel dieses Schloss bauen, ganz allein für sich.

Schloss Neuschwanstein in der Nähe von Füssen (Bayern) - Bild: Cesary Piwowarski / CC BY-SA 3.0

Ihm gehörten sogar noch weitere Schlösser. Dabei war er nicht einmal verheiratet und Kinder hatte er auch nicht.

Diese Zeiten sind lange vorbei. Es gibt in Deutschland keinen Kaiser und keine Könige mehr. Aber wie funktioniert unser Land heute? Wer regiert, wer steht an der Spitze des Landes? Darum geht es in dieser Lerngeschichte.