Hamsterkiste Lerngeschichte "Martin Luther"

 Darstellung aus derm Bauernkrieg - Bild: gemeinfrei

10 Luther, die Bauern und die Fürsten

Zurzeit Luthers lebten die meisten Bauern in Armut und ohne Rechte. Das Land gehörte fast ausschließlich den Fürsten, die Bauern durften es zwar bewirtschaften, aber sie waren Leibeigene, die zum Beispiel ohne Erlaubnis der Herren nicht heiraten oder fortziehen durften. Einige Anführer der Bauern forderten Änderungen und beriefen sich auf die Bibel, die von Luther übersetzt war. Zwischen 1524 und 1526 kam es besonders in Süddeutschland zum Großen Bauernkrieg, zu gewaltsamen Aufständen der Bauern gegen ihre Herren.

Luther versuchte zunächst, auf eine gütliche Einigung zwischen Bauern und Fürsten hinzuwirken. Doch nach einer Bluttat, bei der ein Graf und seine Begleiter in der Nähe der Stadt Weinsberg von aufständischen Bauern erschlagen worden waren, verfasste er die Schrift: Wider die mörderischen Rotten der Bauern. Darin erklärte er die Aufstände zu einem Werk des Teufels und forderte die Fürsten auf, die Bauern mit aller Gewalt zu bekämpfen.

So kam es dann auch. Am Ende waren Tausende von besiegten Bauern tot und die Verhältnisse blieben, wie sie waren: Die Fürsten regierten und die Bauern waren weiter arm und abhängig. Dabei halfen die lutherischen Pfarrer kräftig mit. Sie erzählten den Menschen vor allem vom Reich Gottes. Sie predigten, die Mächte auf der Erde seien von Gott eingesetzt und die Menschen hätten sie zu akzeptieren.

 Das Bild des niederländischen Malers Jan von Goyen zeigt eine Bauernhütte im Jahr 1633 - (gemeinfrei)