Hamsterkiste Themenseite

Eine fromme Legende erzählt, dass im Jahr 1157 in der Stadt Avignon ein Hirtenjunge auftauchte. Es nannte sich Bénezét (Benedikt). Bénezét kam aus dem Dorf Burzet und er erzählte eine unglaubliche Geschichte. Bei einer Sonnenfinsternis habe er ein helles Licht gesehen und eine himmlische Stimme habe ihm aufgetragen, eine Brücke über die Rhone zu bauen.

Die Leute lachten ihn aus. Da hob Bénezét einen gewaltigen Stein auf, der so schwer war, dass ihn mehrere starke Männer nicht bewegen konnten. Er warf ihn in den Fluss und sagte: "Der Anfang ist gemacht!"

Da sollen die Leute gestaunt und beschlossen haben, tatsächlich eine Brücke zu bauen. Die erste war aus Holz. Doch die hölzerne Brücke wurde während einer Belagerung der Stadt zerstört. Im Jahr 1226 baute man schließlich eine Brücke aus Stein. Die Brücke trug bald den Namen des kleinen Bénezét, der später heilig gesprochen wurde.

Die Brücke von Avignon führte über eine Insel im Fluss, sie war 915 m lang und bestand aus 22 Bögen. Zur damaligen Zeit war sie die längste Brücke in Europa und ermöglichte eine wichtige Verbindung zwischen Frankreich und Oberitalien.

Zwischen den Jahren 1309 und 1377 hatte sie eine besondere Bedeutung. In diesen Jahren residierten nämlich einige Päpste in Avignon. Die französischen Könige waren damals sehr mächtig und viele Kardinäle stammten aus Frankreich. Schließlich wurde einer von ihnen zum Papst gewählt. Er nannte sich Clemens V. Er verlegte den Sitz des Papstes von Rom nach Avignon und er und seine Nachfolger ließen hier einen großen Papstpalast bauen, der noch heute besichtigt werden kann. Doch bald kehrten die Päpste wieder nach Rom zurück.

Der Fluss Rhone bei Avignon ist sehr breit. Durch Hochwasser und Kriege wurde die Brücke von Avignon immer wieder beschädigt. Im Jahr 1660 waren die Zerstörungen so groß, dass man die Brücke aufgab. Schließlich blieben nur noch vier Brückenbögen erhalten, die auch heute noch ein Stück weit in den Fluss ragen.

 Doch irgendwie hat diese alte Brücke einen besonderen Platz im Herzen der Menschen. Bereits vor etwa 600 Jahren entstand das französische Volkslied "Sur le pont d'Avignon". In ihm wird beschrieben, dass man auf der Brücke tanzen soll und wie sich verschiedene Menschen dabei verhalten. Dieses Lied kennt man auch in anderen Ländern. Auf Deutsch gibt es zum Beispiel diesen Text:

Kennt ihr schon Avignon?

Auf der Brücke lasst uns tanzen,

lasst uns tanzen rund herum.

Die schönen Männer (schönen Frauen, Kinder, Polizisten usw. ...)

machen so: ...

Die Brücke von Avignon heute.
Von der Brücke sind nur noch vier Pfeiler erhalten.
Die Brücke war nur etwa 2,80 m breit.
So soll die Brücke einmal ausgesehen haben.
Diesen Palast ließen sich die Päpste in Avignon erbauen.
Der Palast diente als Schutzburg und als Verwaltungsort.
Urban V. war einer der Päpste, die in Avignon residierten.  /  Bilder: Hamsterkiste

Weitere Materialien für den Unterricht:

Text dieser Themenseite mit Erkundungsaufgaben (PDF).

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