Zur Startseite

Hamsterkiste

zu den Kinderseiten

Themenordner  

Lesen & Schreiben 

Rechnen & Knobeln

Englishbox

Arbeitspläne

Alle Lerngeschichten

Über die Hamsterkiste

Lehrerlinks

 Elternbrief: Lesen und Schreiben lernen Kinder nicht nur ...

... in der Schule. Lesen und schreiben zu können, ist die wichtigste Voraussetzung für erfolgreiches Lernen. Kinder müssen früh und sicher lesen und schreiben können. Dazu können Sie als Eltern entscheidende Beiträge leisten, denn Lesen und Schreiben lernen Kinder nicht nur in der Schule. Vielleicht kann Ihr Kind ja schon gut lesen und schreiben. Dann seien Sie ruhig ein wenig stolz, denn das hätte Ihr Kind ohne Sie so nicht geschafft. Und dennoch sollten Sie über diese Ratschläge nachdenken:

 

1) Achten Sie darauf, dass Ihr Kind deutlich und artikuliert spricht!

Kinder lernen sprechen durch den Austausch mit ihren Eltern. Wir sprechen nicht umsonst von der "Muttersprache". Kinder sprechen so, wie sie es bei ihren Müttern und Vätern lernen. Achten Sie also darauf, angemessen deutlich und artikuliert mit dem Kind zu sprechen. Halten Sie Ihr Kind dazu an, dies auch zu tun.

2) Achten Sie darauf, dass Ihr Kind das, was es sagen will, vollständig ausspricht.

Halten Sie Ihr Kind an, alles was es sagen will, genau und ausführlich zu sagen, selbst wenn Sie schon längst wissen, was es meint. Schenken Sie Ihrem Kind Ihre volle Aufmerksamkeit, wenn es mit Ihnen redet. Achten Sie auch darauf, dass das Kind anderen zuhört und andere ausreden lässt.

3) Sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind täglich mindestens 30 Minuten liest!

So lange es noch nicht selber lesen kann, lesen Sie ihm regelmäßig etwas vor. Sobald es selber lesen kann, will das Kind auch selber vorlesen. Aber dazu braucht es jemand, dem es vorlesen kann. Das können Mama, Papa, ältere Geschwister, Omas und Opas oder - wenn wirklich sonst niemand da ist - auch ein Schmusetier sein. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind die Texte, die in der Schule gelesen werden, sicher beherrscht. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind täglich in einem Kinderbuch liest, auch am Wochenende und in den Ferien. Lassen Sie sich aus diesem Buch möglichst täglich einen Abschnitt vorlesen. Darauf sollten Sie erst dann verzichten, wenn Ihr Kind sicher und gern allein liest. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über das, was es gelesen hat. Und: Seien Sie ein Vorbild, zeigen Sie Ihrem Kind, dass Lesen auch für Sie wichtig ist.

4) Klären Sie mit Ihrem Kind die Bedeutung von Wörtern und Begriffen!

Sprechen Sie mit Ihrem Kind von frühester Kindheit regelmäßig über Dinge und Ereignisse des täglichen Lebens. Lassen Sie Kinder solche Dinge und Ereignisse selbst beschreiben und erklären. Fragen Sie nach, ob Ihr Kind Wörter, Begriffe und Zusammenhänge wirklich verstanden hat.

5) Ihr Kind sollte niemals Sch... sagen!

Schlimmeres schon gar nicht. Wer mit anderen redet, sollte jedem Menschen mit Respekt und Höflichkeit begegnen. Dem vergleichsweise harmlosen Wort folgen leicht herabsetzende, oft auch sexistische Begriffe. Sie sind eine besondere Form der Gewalt, der niemand ausgesetzt sein möchte. Dazu ist Sprache nicht da. Übrigens: Die meisten dieser "fiesen" Begriffe übernehmen Kinder von Älteren und Erwachsenen.

6) Schenken Sie Ihrem Kind Zeit!

Spielen Sie mit Ihrem Kind. Unternehmen Sie etwas gemeinsam mit ihm. Geschenkte Zeit ist wichtiger als das tollste Spielzeug.

7) Wenn Ihr Kind schreiben kann: Sorgen Sie dafür, dass es regelmäßig Sinnvolles schreibt!

Schreiben Sie Ihrem Kind Briefe, die es beantworten kann. Dazu reicht in der Anfangszeit täglich ein kurzer Satz. Halten Sie Ihr Kind an, für die Großeltern oder für andere Erwachsene etwas zu schreiben. Bitten Sie diese schriftlich zu antworten. Veranlassen Sie Ihr Kind, zu wiederkehrenden Anlässen (Geburtstag, Festtage usw. ) an verschiedene Personen zu schreiben und sich für Aufmerksamkeiten oder Geschenke schriftlich zu bedanken. Gestalten Sie mit Ihrem Kind Alben, Bücher, Kalender oder Mappen mit Bildern oder Erinnerungsstücken. Helfen Sie Ihrem Kind, Brief- oder Mailpartner zu finden. Lassen Sie Ihr Kind ein Familientagebuch führen. Veranlassen Sie Ihr Kind, allein oder mit Ihnen gemeinsam, besondere Ereignisse schriftlich festzuhalten und zu gestalten. Und auch hier: Seien Sie ein Vorbild für das Kind auch beim Schreiben.

8) Achten Sie darauf, dass Ihr Kind seine schriftlichen Arbeiten in einer angemessenen Form erledigt!

Akzeptieren Sie niemals schludrige Arbeiten. Das beginnt schon beim Malen im Vorschulalter. Üben Sie mit ihm einfache Formen guter Gestaltung ein. Wenn Ihr Kind in der Schule ist, halten Sie es immer wieder dazu an, formgerecht zu schreiben. Lassen Sie Ihr Kind möglichst früh Texte am Computer schreiben. Achten Sie auf eine angenehme, ruhige Atmosphäre, wenn Ihr Kind seine Schulaufgaben erledigt. Bestehen Sie darauf, dass es seine Arbeitsmaterialien selbständig in Ordnung hält.

9) Achten Sie darauf, dass Ihr Kind schulische Aufgaben selbständig erledigt!

Ihr Kind sollte Hausaufgaben eigentlich vom ersten Schultag an allein erledigen. Wenn Ihr Kind trödelt, will es, dass sie sich dazu setzen. Widerstehen Sie diesem Trick. Lassen Sie sich aber täglich alle Aufgaben zeigen, die Ihr Kind erledigt hat und sprechen Sie mit ihm über die Aufgaben. Kinder brauchen kein Aufgabenheft, sie sollten von Anfang an lernen, sich die Aufgaben aus der Schule zu merken. Nehmen Sie Ihrem Kind nichts ab, was es auch selbst erledigen kann. Das übt es am besten, wenn es  Aufgaben in Haushalt und Familie übertragen bekommt.

10) Verzichten Sie auf sinnlose Übungen!

Ihr Kind muss Schreiben und Lesen als etwas Sinnvolles erfahren, nicht als etwas, das man nur üben muss. Besprechen Sie mit Ihrem Kind jedoch die Fehler, die es z. B. in schulischen Arbeiten gemacht hat. Wenn Sie mit Ihrem Kind üben, dann sollten Sie gezielt üben, z. B. die Wörter, die es noch nicht richtig beherrscht.

11) Loben Sie Ihr Kind!

Das Selbstbewusstsein Ihres Kindes lebt von Ihrer Zuwendung und Anerkennung. Loben Sie Ihr Kind auch für kleine Fortschritte. Versuchen Sie aber niemals, das Verhalten Ihres Kindes durch Geschenke oder gar Geld zu beeinflussen.

12) Eltern bestimmen die Regeln, nicht das Kind!

Kinder können unglaublichen Druck machen. Auch wenn es schwer fällt, widerstehen Sie dem Durchsetzungsvermögen Ihres Kindes. Lassen sie sich vor allem nicht auf fruchtlose Diskussionen ein. Geben Sie klare Regeln vor und bestehen Sie auf ihrer Einhaltung. Halten Sie selbst alles ein, was Sie ankündigen. Organisieren Sie Ihren und den Tagesablauf Ihres Kindes planvoll. Immer nur zu schimpfen hilft nicht. Ein gelegentliches Donnerwetter schadet jedoch nicht.

13) Beschränken Sie radikal den Fernsehkonsum Ihres Kindes!

Für Kinder unter 6 Jahren sind nur sehr wenige Fernsehsendungen geeignet. Kinder brauchen Zeit, Bilder zu begreifen und zu verarbeiten. Ihre ersten Bücher schauen sie immer und immer wieder an und sie möchten sie immer und immer wieder vorgelesen haben. Das Fernsehen bietet ihnen diese Möglichkeit nicht. Schlag auf Schlag folgen Bilder und neue Sinnesreize. Die Kinder sind zwar fasziniert, aber sie verstehen das meiste nicht. So erzieht frühes Fernsehen Kinder zur Oberflächlichkeit, sie können sich nie lange mit einer Sache beschäftigen, sie werden unkonzentriert und unaufmerksam. 

14) Ihr Kind darf auf keinen Fall einen eigenen Fernseher im Zimmer haben!

Wenn Kinder einen eigenen Fernseher haben, ist dies für Eltern vor allem komfortabler, weil man sie dort "parken" kann. Aber: So haben Kinder jederzeit die Möglichkeit, sich durch alle möglichen Programme zu zappen, niemand kann wirklich kontrollieren, was und wie lange sie fernsehen. 

15) Grundschulkinder sollten nur am Wochenende fernsehen!

Sie sind durch Schule, Hausaufgaben und Freizeitaktivitäten voll ausgelastet. Fernsehen stiehlt ihnen Zeit, die sie viel besser mit Spielen, Gesprächen und Lesen verbringen sollten.

16) Sehen Sie grundsätzlich alle Sendungen, die Ihr Kind sieht, mit ihm gemeinsam an!

Nur so haben sie Gewissheit, was Ihr Kind wirklich sieht. Ganz wichtig ist, das das Kind mit Ihnen anschließend über die Sendung spricht.

17) Gönnen Sie sich und Ihrem Kind ab und zu einen schönen Familien-Fernsehabend!

So wird Fernsehen für Ihr Kind nicht zu dem Medium, das ihnen von missgünstigen Eltern vorenthalten wird, sondern es wird für seinen Verzicht durch ein schönes Erlebnis von Geborgenheit und Zuwendung entschädigt. 

18) Beschränken Sie radikal den Konsum elektronischer Spiele am Computer oder an Spielkonsolen!

Fachleute sagen uns, dass die Schulleistungen durch den übermäßigen Gebrauch elektronischen Spielzeugs massiv leiden. Sollte Ihr Kind also Schwierigkeiten mit dem Lesen und/oder dem Schreiben haben, muss es so lange auf elektronische Spiele verzichten, bis die Schwierigkeiten vollständig überwunden sind. Grundschulkinder sollten niemals unbeaufsichtigt im Internet surfen.

19) Verlassen Sie sich nicht nur auf die Schule!

In der Schule arbeiten Menschen, die sich Mühe geben. Rechnen Sie jedoch selbst aus, wie viel individuelle Zuwendung in der Schulklasse Ihres Kindes für jedes einzelne Kind zur Verfügung steht. Vater und Mutter haben ein Vielfaches davon, auch wenn Sie berufstätig sind. 

20) Eine vermutete oder diagnostizierte Lese- und Rechtschreibschwäche ist noch lange keine Lösung!

Wenn Sie bei Ihrem Kind eine  Lese- und Rechtschreibschwäche vermuten, sollten Sie erst recht nach diesen Ratschlägen handeln. Es gibt unzählige Therapieangebote, aber keine Methode, die wissenschaftlich wirklich anerkannt und deren Erfolge nachgewiesen wäre. Viele sind teuer und nutzlos. Seien Sie misstrauisch gegen marktschreierische Angebote und vollmundige Versprechen.

Diesen Elternbrief gibt es auch in einer Word-Version zum Ausdrucken.

 

Über die Hamsterkiste       Impressum     I     Copyright & Nutzungsbedingungen     I     Fehlermeldungen     I     Kontakt