Das Seenotrettungsboot "Neuharlingersiel"

Erkundungsaufgaben

Hamsterkisteprüfung

Links und ergänzende Materialien

Immer wieder kommt es auf hoher See zu Notfällen. Ein Schiff kann in Seenot geraten. Manchmal kann es aus eigener Kraft nicht mehr weiterfahren, oder die Ladung ist verrutscht oder es gibt ein Leck an Bord.

Ein Segelboot kann weit draußen auf dem Meer Probleme bekommen oder leichtsinnige Schwimmer oder kleine Boote werden abgetrieben. 

Es kommt auch vor, dass auf einem Schiff oder auf einer Bohrinsel jemand schwer verletzt wird oder erkrankt. Im Wattenmeer werden manchmal auch Wanderer von der einsetzenden Flut überrascht.

In solchen Notfällen helfen die Frauen und Männer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS). Sie fahren mit einem Rettungsboot oder einem großen Seenotkreuzer aus, um verletzte oder gefährdete Personen in Sicherheit zu bringen.

Eine Übung mit dem Rettungskreuzer "Berlin" und einem Hubschrauber

Die DGzRS verfügt über eine Rettungsflotte von insgesamt 60 Einheiten. Dazu gehören 40 kleinere Rettungsboote und 20 Schiffe, die man als Seenotkreuzer bezeichnet. Alle Boote und Kreuzer sind mit modernster Technik ausgestattet. Dazu zählen zum Beispiel medizinische Einrichtungen und Anlagen zum Löschen von Bränden.

Der Kreuzer "Bernhard Gruben" zum Beispiel ist 23,10 m lang, 6 m breit und hat einen Tiefgang von 1,60 m. Das Schiff ist 23 Knoten schnell. Es ist in Hooksiel stationiert.

Die Geschwindigkeit eines Schiffes wird in Knoten angegeben, ein Knoten entspricht einer Seemeile pro Stunde. Da eine Seemeile 1,852 km lang ist, ergeben 23 Knoten also eine Geschwindigkeit von 42,6 km/h.

Der Rettungskreuzer "Bernhard Gruben"

Die Seenotkreuzer führen ein Tochterboot mit. Das Tochterboot der "Bernhard Gruben" heißt "Johann  Fidi". Es ist 7 m lang, 2,60 m breit und hat einen Tiefgang von 0,60 m. Es kann 18 Knoten schnell fahren. Das Tochterboot ist also viel kleiner, aber auch beweglicher als der Seenotkreuzer. Es kann näher an andere Schiffe heranfahren.

Die Besatzung auf den Seenotkreuzern umfasst 8 bis 12 Personen. Die Kapitäne auf diesen Schiffen heißen nach alter Tradition "Vormann". Im Rettungsdienst sind zurzeit 180 Personen fest angestellt. Außerdem arbeiten rund 800 Personen als ehrenamtliche Seenotretter mit. 

Auch an Land engagieren sich Bürgerinnen und Bürger ehrenamtlich für das Rettungswerk. Der Einsatz der Rettungsboote und Seenotkreuzer wird von der Leitstelle in Bremen aus organisiert.

Die DGzRS wurde am 29. Mai 1865 gegründet. Seitdem hat sie mehr als 85 000 Menschen aus Seenot gerettet oder aus lebensbedrohender Gefahr befreit.

Im Jahr 2018 gab es 2156 Einsätze. Dabei wurden 356 Menschen gerettet.


Sammelschiffchen der DGzRS

Die gesamte Arbeit der DGzRS wird übrigens ausschließlich durch freiwillige Beiträge und Spenden finanziert. Überall an der Nordsee findet man die kleinen Schiffchen, mit denen Geld gesammelt wird. - Bilder: Hamsterkiste (1), gemeinfrei (3)