Ein Teil des Bentheimer Waldes wird als Hutewald genutzt

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Der Bentheimer Wald liegt im Westen Niedersachsen in der Nähe der Stadt und der Burg Bentheim. Er umfasst eine Fläche von 1600 ha und ist damit eines der größten Waldgebiete im Nordwesten Deutschlands.

Im Mittelalter war es hier so: Vom Frühjahr bis zum Herbst trieb man Rinder, Schweine, Ziegen, Schafe, Gänse und sogar Pferde in den Wald, die sich dort ihre Nahrung suchten. Weil man sie dabei hüten musste, damit sie sich nicht verliefen, nennt man einen solchen Wald auch Hutewald.

Die Beweidung hinterlässt natürlich Spuren an den Sträuchern und Bäumen

Wenn die Eichen ihre Eicheln abwarfen, war das vor allem für die Schweine ein gefundenes Fressen. Die Ziegen fanden ihre Nahrung in den Büschen und Sträuchern, aber auch in den Trieben junger Bäume.

Aus getrocknetem Laub gewann man Laubheu, das den Pferden und Rindern als Nahrung diente. Dazu beschnitt man die Hainbuchen, sodass sie immer wieder neu austrieben. Diesen Vorgang nennt man Schneiteln.

Durch die Beweidung entstanden Lichtungen in unseren Wäldern

Diese Nutzung des Waldes hatte natürlich große Auswirkungen. Junge Bäume konnten nicht nachwachsen oder sie erreichten nur eine geringe Größe, weil sie abgefressen oder geschneitelt wurden. Nach und nach entstanden so Lichtungen im Wald, die den Tieren dann als Weidefläche dienten.

Am Ende des 19. Jahrhunderts stellte man diese Form der Nutzung des Waldes ein. Bäume und Sträucher eroberten die Lichtungen zurück, auf denen man aber noch deutlich die Spuren der früheren Beweidung sieht.

Die Weidetiere finden im Wald Schutz vor Sonne und Wind

Der Tierpark Nordhorn hat einen kleinen Teil des Bentheimer Waldes wieder zum Hutewald gemacht. Dafür hat man rund um die Eichen Platz geschaffen und auch die Hainbuchen werden wieder geschneitelt. Eine Fläche von 26 ha wurden eingezäunt. Hier weiden nun wieder Haustiere. Es entsteht eine Kulturlandschaft, wie sie über Jahrhunderte in unseren Wäldern typisch war.

Dadurch wird auch Lebensraum für andere Tiere geschaffen. Viele Käferarten finden Nahrung in den alten und abgestorbenen Bäumen und im Dung der Tiere. Für den selten gewordenen Eremit oder Juchtenkäfer gibt es hier ebenso ideale Lebensbedingungen wie für einige Fledermausarten.

Zahlreiche Käferarten siedelen sich im Hutewald an

Vor allem aber leben in diesem Wald Galloway-Rinder, Bentheimer Landschafe und niederländische Landziegen. Sie haben nichts dagegen, wenn man sie besucht. Man kann sie auf einem Rundgang durch den Wald kennen lernen oder auch an einer Führung teilnehmen. - Bilder: Hamsterkiste