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Wie kein anderes Lesewesen gestalten wir Menschen die Erde. Wir bauen riesige Städte und breite Straßen. Wir betreiben Landwirtschaft, in der nur noch bestimmte Tier- und Pflanzenarten genutzt werden. Wir legen Parks und Gärten an mit Pflanzen, die wir mögen und vernichten andere, die wir nicht mögen.

Viele wild lebende Pflanzen und Tiere auf der Erde sind daher selten geworden oder vom Aussterben bedroht. Es gibt nur wenige Gebiete, in denen Tiere und Pflanzen unter besonderem Schutz stehen. Wir nennen sie Naturschutzgebiete.

In einem solchen Gebiet gelten einige Regeln. Man darf zum Beispiel keine Pflanzen pflücken oder abschneiden und keine Tiere fangen und mitnehmen. Oft darf man nur bestimmte Wege benutzen und Hunde muss man an der Leine führen. Man darf kein Feuer anzünden, nicht baden oder zelten und man darf keinen Lärm machen. Und natürlich darf man keinen Müll oder andere Abfälle hinterlassen.

So soll die Lebenswelt der dort lebenden Pflanzen und Tiere erhalten werden. Sie sollen sich vor allem ungestört vermehren können. Am Ende des Jahres 2015 gab es in Deutschland 8743 Naturschutzgebiete. Sie umfassen 3,9 Prozent aller Flächen des Landes. Vom 100 Quadratmetern überlassen wir also knapp vier der Natur, die anderen 96 nutzen wir Menschen für unsere Bedürfnisse.

Eines dieser Naturschutzgebiete ist die Geltinger Birk an der Ostsee in Schleswig-Holstein. Es umfasst 773 ha, etwa ein Drittel davon liegt unter dem Meeresspiegel. Es ist benannt nach dem Städtchen Gelting, das in der Nähe der Stadt Flensburg im Norden Deutschlands liegt.

Die Geltinger Birk ist ein wichtiger Platz für Vögel, die hier brüten. Andere finden als Zugvögel einen ruhigen Rastplatz, an dem es außerdem genügend Futter für sie gibt. Man hat rund 200 Arten gezählt, darunter Seeadler, mehrere Gänsearten, Rotschenkel, Reiher, Seeschwalben und Enten.

Hier kommen seltene Pflanzen vor, zum Beispiel der Echte Meerkohl und die Stranddistel. Wasserflächen wechseln mit Salzwiesen, es gibt Dünen und Wiesen aus Seegras. Es wachsen verschiedene Gräser, die teilweise vom Meerwasser überspült werden.

Gras, Büsche und junge Bäume müssen auch in einem Naturschutzgebiet kurz gehalten werden, sonst wäre bald alles überwuchert. In der Geltinger Birk lässt man Ponys weiden, die diese Aufgabe erfüllen. Die Ponys in der Geltinger Birk gehören zur Rasse der Konik. Das ist polnisch und bedeutet "kleines Pferd". 
Diese Pferdchen sind sehr robust, kommen auch mit karger Nahrung aus und erreichen oft ein hohes Alter. Sie leben das ganze Jahr über draußen. Nur gelegentlich werden sie eingefangen, damit man ihre Hufe pflegen oder eine Wurmkur durchführen kann.

Außerdem weiden in der Geltinger Birk Schottische Hochlandrinder. Diese Rinder kommen auch im Winter ohne Stall aus. Sie bringen ihre Kälber ohne Hilfe des Menschen auf die Welt.

Bei den Hochlandrindern kann man weibliche und männliche Tiere einfach unterscheiden: Die Kühe tragen lange und nach oben gebogene Hörner, bei den Bullen sind diese nach vorn ausgerichtet.