Erkundungsaufgaben

Hamsterkisteprüfung

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Durch die Stadt Erfurt fließt die Gera. Dieser Fluss ist 85 Kilometer lang. Er entspringt als Wilde und als Zahme Gera in der Gemeinde Gelberg am Rennsteig im Thüringer Wald. Sie fließt durch die Städte Plaue, Arnstadt, Erfurt und Gebesee. Kurz hinter Gebesee mündet sie in die Unstrut, einen Nebenfluss der Elbe.

Durch Erfurt führte früher die Via Regia, eine sehr alte Handels- und Militärstraße. Sie begann in Moskau und Kiew im Osten und führte über Wroclaw (Breslau), Görlitz, Leipzig, Erfurt und Fulda nach Frankfurt und Köln sowie weiter nach Brügge, Antwerpen, Paris, Bordeaux bis nach Santiago de Compostela im Westen Spaniens. Der Name bedeutet Königsstraße.

Diese Straße musste zahlreiche Flüsse überqueren, unter anderem eben die Gera bei Erfurt. Hier baute man die notwendigen Brücken anfangs aus Holz. Im Jahr 1325 entstand erstmals eine Brücke aus Stein. Sie bestand nun aus mehreren halbrunden Gewölben. Die waren viel haltbarer und konnten größere Belastungen aushalten als die alte Holzbrücke.

Auf der Brücke entstanden nach und nach kleine Buden, in denen Händler ihre Waren an Reisende verkauften. Da man kleine Händler früher auch Krämer nannte, weil sie allerlei Kram feil boten, bürgerte sich für die Brücke der Name "Krämerbrücke" ein.

Durch einen großen Brand im Jahr 1472 wurden diese Buden völlig zerstört. Danach wurde die Brücke auf 32 Meter verbreitert und es entstanden zwei Häuserreihen, zwischen denen einen Straße hindurch führte. Diese Straße verbindet den Benediktplatz mit dem Wenigemarkt.

Die Stadt Erfurt errichtete für die Händler auf den Brückenanlagen insgesamt 62 Häuser, in denen man auch wohnen konnte. An den beiden Enden der Häuserreihen wurden Kirchen gebaut, von denen heute jedoch nur noch die Ägidienkirche am westlichen Ende der Straße erhalten ist.

An der Brücke und den Häusern wurde immer wieder etwas verändert und oft musste etwas repariert werden. Dabei entstanden im Laufe der Zeit auch Kellerräume, einige davon in den Brückenpfeilern, andere in so genannten Hängeböden, die unter den Häusern und dicht über dem Wasser der Gera errichtet wurden.

So hat die Krämerbrücke die Jahrhunderte überdauert. Heute ist sie eine der Sehenswürdigkeiten der Stadt Erfurt. Von den einst 62 Häusern sind noch 32 erhalten. Die Wohnungen sind begehrt und kleine Geschäfte rechts und links der alten Via Regia gibt es immer noch.


Die Brückenanlagen bestehen aus mehreren halbrunden Gewölben, auf denen die Häuser errichtet wurden.

Am westlichen Ende der Häuserreihe befindet sich die Ägidienkirche.

Zwischen den beiden Häuserreihen auf der Krämerbrücke führt eine Straße hindurch

Die Häuser wurden als Fachwerkbauten errichtet.

In den Kellerräumen, die in den Brückenpfeilern entstanden, konnten Waren gelagert werden.

Auch im Inneren der Häuser wurde viel Holz verbaut. - Bilder: Hamsterkiste