Als Omas Oma zur Schule ging
1 👁️ Was siehst du auf dem Bild?
Bild: Hamsterkiste
2 🏫 Was möchtest du über die Schule von Omas Oma wissen?
Überlege selbst und redet in der Klasse darüber. Schreibt alle Fragen zum Beispiel auf ein großes Plakat. Überprüft zum Abschlusschluss dieses Themas, ob alle Fragen beantwortet sind. Drucke außerdem eine Vorlage für die Erkundungsaufgaben aus. Gestalte den Kopf der ersten Seite mit einem Bild, dem Thema "Als Omas Oma zur Schule ging" und deinem Namen. Dann schreibe auf diesem Blatt alle Erkundungsaufgaben zu den Kapiteln unten auf. Die Sätze solltet ihr euch auch einprägen.
3 🙇♀️ Im Land des Kaisers Wilhelm
Eine Familie im Jahr 1900
Bild: Hamsterkiste
Die meisten Omas heute sind 50 bis 60 Jahre alt. Als Oma geboren wurde, war ihre Oma auch etwa 60 Jahre alt. Omas Oma lebte also vor etwa 120 Jahren am Anfang des 20. Jahrhunderts.
In Deutschland lebten vor 120 Jahren ungefähr 60 Millionen Menschen, heute sind es etwa 83 Millionen. An der Spitze des Landes stand Kaiser Wilhelm II., der das Land von Berlin aus regierte. Er liebte Uniformen und Soldaten.
Zahlreiche Erfindungen hatten die Welt verändert. 1852 baute die Firma Krupp den ersten nahtlosen Eisenbahnreifen. 1867 stellte Werner von Siemens einen Generator vor, mit dem man Strom erzeugen konnte. 1885 baute Carl Benz das erste Auto mit Benzinmotor. Conrad Röntgen entdeckte 1897 die Röntgenstrahlen, mit denen man den menschlichen Körper durchleuchten konnte.
Das wichtigste Verkehrsmittel war die Eisenbahn, aber viele Fahrzeuge wurden noch von Pferden gezogen. Durch die neue Technik entstanden große Fabriken und viele neue technische Geräte. Es war die Zeit der Industriellen Revolution. Verkehrsflugzeuge, Computer, Fernseher und das Radio waren allerdings noch unbekannt.
✍️
- Vor 120 Jahren regierte in Deutschland der ___.
- Es hatte zahlreiche Erfindungen gegeben, zum Beispiel ___.
- Das wichtigste Verkehrsmittel war ___.
4 🙇♀️ Viele Menschen zogen in die Städte
Fabriken entstanden, die Arbeitskräfte brauchten. Viele Menschen zogen vom Land in die Städte, weil sie hofften, dort Arbeit zu finden. Die Einwohnerzahl dieser Städte stieg stark an. In Essen lebten 1871 etwas mehr als 51.000 Einwohner, im Jahr 1900 bereits knapp 120.000. Die Arbeitszeit betrug mehr als 60 Stunden in der Woche. Die Löhne der Arbeiter waren niedrig. Etwas besser erging es den Angestellten, die in Büros arbeiteten.
Zu einer Familie gehörten oft mehr als 10 Kinder. Viele starben früh. Die Tuberkulose, auch „Schwindsucht“ genannt, war eine gefürchtete Krankheit. Im Durchschnitt wurden Männer damals 47 Jahre, Frauen 49 Jahre alt.
Die Menschen in den Städten lebten oft in Mietshäusern mit vielen kleinen Wohnungen oder in Arbeitersiedlungen. Es war eng in den Wohnungen.
Einige Besitzer von Fabriken wurden sehr reich. Sie ließen sich große Villen bauen, die genauso prachtvoll eingerichtet waren wie die Burgen und Schlösser der adligen Familien.
✍️
4. Viele Menschen zogen in die Städte, weil ___.
5. Zu einer Familie gehörten manchmal mehr als ___.
6. Frauen wurden im im Durchschnitt ___ Jahre alt, die Männer ___.
5 🙇♀️ Kinderarbeit
Diese Jungen arbeiteten in einer Fabrik
Bild: gemeinfrei
Fast alle Kinder mussten damals arbeiten. Sie machten Botengänge, lieferten Waren aus oder halfen im Lager. Sie brachten Getränke und Essen zu den Arbeitern, die in den Werkstätten, in den Fabriken oder im Bergwerk arbeiteten.
Auf dem Land hüteten Kinder das Vieh, sie halfen bei der Ernte von Heu, Kartoffeln, Getreide und beim Dreschen. Bei der Entlassung aus der Schule waren die meisten erst 14 Jahre alt. Danach arbeiteten sie wie die Erwachsenen in einer Fabrik oder als Handwerker.
Ihren Verdienst durften sie nicht behalten, sondern mussten ihn ihren Eltern geben und mithelfen, die Familie zu ernähren.
✍️
7. Auch Kinder mussten arbeiten, zum Beispiel ___.
8. Die meisten Kinder wurden im Alter von ___ aus der Schule entlassen.
6 🙇♀️ Die Dorfschule von 1848
Dieses Bild einer Dorfschule im Jahr 1848 hat Albert Anker gemalt
Bild: gemeinfrei
Der Schweizer Maler Albert Anker hat ein Bild gemalt, das er "Die Dorfschule von 1848" nannte. Es zeigt eine Schule vor ungefähr 175 Jahren, also zur Zeit, als Omas Uroma lebte.
Etwa 40 Kinder befinden sich in dem Raum. Sie sitzen auf engen Holzbänken. Alle Klassen werden gemeinsam unterrichtet. Die Mädchen verhalten sich sehr brav. Die Jungen auf der hinteren Bank interessieren sich jedoch kaum für den Unterricht.
Der Lehrer hält einen Stock in der Hand. An der Wand hängt Werkzeug. Es verrät uns, dass der Lehrer auch ein Küfer war, also ein Fassmacher. Morgens unterrichtete er die Kinder, am Nachmittag machte er Holzfässer.
Es war damals üblich, dass die Lehrer nicht nur in der Schule arbeiteten, sondern auch noch einen Nebenberuf hatten. Von ihrem geringen Verdienst als Lehrer hätten viele nicht leben können.
✍️
9. Das Bild "Die Dorfschule von 1848" hat ___ gemalt.
10. Seitdem sind ___ Jahre vergangen.
7 🙇♀️ Schulen auf dem Lande
Die Dorfschule in Wilsum in Niedersachsen bestand im Jahr 1905 aus 2 Klassenräumen für ungefähr 150 Kinder. Zum Schulgebäude gehörten auch ein Vorraum und eine Kammer. Ein Klassenraum war 9 m lang und 7 m breit. Darin standen in 4 Reihen 16 Knaben- und 16 Mädchenbänke, ein Pult für den Lehrer und ein Kartenständer.
Zur Ausstattung der Schule gehörten 2 Wandtafeln mit Gestell, ein Schrank und 2 Öfen, die mit Holz und Torf beheizt wurden. Auf dem Schulplatz befanden sich die Turngeräte, 2 Barren und 1 Reck. Neben der Schule stand das Toilettenhaus.
In Schulmuseen sind Klassenräume der damaligen Zeit nachgestellt. Im Museumsdorf in Cloppenburg zum Beispiel ist die Schule des Dorfes Renslage wieder aufgebaut, so wie sie um 1880 ausgesehen hat. In dem einzigen Klassenraum der Schule befanden sich Schulbänke, Lehrerpult und Schulschrank.
An der Wand hingen Bilder des schwedischen Königs Gustav Adolf und Martin Luthers. Der Raum war mit einer Rechenmaschine, einer Wandtafel, einem kleinen Harmonium und einem Ofen ausgestattet.
✍️
11. Im einzigen Klassenraum der Schule Wilsum mussten ___ Kinder lernen.
12. Der Sportunterricht fand ___ statt.
8 🙇♀️ Eine Schule in der Stadt
In der "Katholischen Volksschule Bickendorf" in Köln wurde in 3 Schichten unterrichtet, weil fast 2000 Kinder hier zur Schule gingen. Es gab 32 Klassen, 16 Mädchenklassen und 16 Knabenklassen. Die Jungen hatten einen eigenen Eingang und einen eigenen Schulhof.
Jungen und Mädchen wurden getrennt unterrichtet. In einer Klasse waren ungefähr 60 Mädchen oder Jungen. Die Mädchen durften nur in Kleidern und Schürzen zur Schule kommen.
Die Lehrer waren sehr streng. Harte Strafen waren üblich. Es gab nur wenige Lehrerinnen in den Schulen. Sie wurden damals "Fräulein" genannt und es war ihnen verboten zu heiraten. Taten sie es trotzdem, folgte die Kündigung und sie bekamen später keine Pension.
✍️
14. Die Kinder der Volksschule Bickendorf mussten nachmittags zur Schule, weil ___.
15. In einer Klassen waren ___ Kinder.
16. Die Mädchen mussten ___ tragen.
9 🙇♀️ Ein alter Stundenplan
Der Hauptlehrer der Schule in Wilsum schrieb 1917 einen Stundenplan für seine Schule auf. Darin waren auch die Herbstferien, die Weihnachtsferien und das Ende des Schuljahres eingetragen. Die Kinder gingen damals 8 Jahre zur Schule. Sie waren in zwei Abteilungen eingeteilt. Zur Abteilung I gehörten die Jahrgänge 1 bis 4, die Jahrgänge 5 bis 8 bildeten die Abteilung II.
Die 150 bis 160 Kinder der Schule wurden von zwei Lehrern unterrichtet. Eine Unterrichtsstunde dauerte 55 Minuten. Zwischen den Stunden gab es 5 Minuten Pause, außerdem eine Hauptpause von 15 Minuten. Am Vormittag wurde 4 Stunden unterrichtet, am Nachmittag 2 Stunden. Die Kinder der Abteilung I hatten am Samstagnachmittag frei, die in Abteilung II am Mittwochnachmittag.
Die Fächer waren Lesen, Rechnen, Diktat, Biblische Geschichte, Geographie, Geschichte, Turnen, Singen, Zeichnen, Handarbeit (nur für Mädchen), Raumlehre und Naturlehre.
✍️
17. Die Unterrichtsstunden dauerten ___ und die Pausen ___.
10 🙇♀️ Die Schrift
Die Kinder schrieben in der Deutschen Schrift. Das i lernten die Kinder mit einem Reim: Rauf, runter, rauf, Pünktchen drauf!
Es wurde sehr viel Wert darauf gelegt, dass sie sauber und ordentlich schrieben. Es gab Extrastunden für das Üben der Schönschrift. Manche Leute sagen, dass die Schrift der Kinder damals besser aussah als heute.
Auf dem Bild oben links siehst du alle Buchstaben der Deutschen Schrift. Den Text daneben schrieb ein 9jähriges Mädchen in sein Schön- und Rechtschreibheft:
Die Eisenbahn ist ein Verkehrsmittel. Die Lokomotive bewegt den Zug. Derselbe besteht aus Pack- oder Personenwagen. Es gibt Güter- und Personenzüge. Der Zug bewegt sich auf dem Geleise oder auf den Schienen. Die Bahnzüge halten an den Bahnhöfen an. Zum Zugpersonal gehören der Lokomotivführer, der Heizer, der Schaffner und ...
✍️
18. Damals mussten die Kinder die ___ Schrift lernen.
11 ✍️ Schreibt mal so wie früher
Versucht einmal, so zu schreiben, wie die Kinder früher geschrieben haben. Die Buchstaben und einen Text findet ihr in Kapitel 10.
12 🙇♀️ Strafen und Belohnungen
Auf den Bildern oben siehst du einige Darstellungen aus dem Kriminalmuseum in Rothenburg. Sie zeigen, wie Kinder früher in der Schule bestraft wurden. Erinnert wird an eine Zeit vor etwa 250 Jahren. Da war Omas Oma noch nicht geboren. Aber manches wird sie in ihrer Schulzeit auch noch erlebt haben.
Auch zu ihrer Zeit wurden Kinder in der Schule geschlagen und gedemütigt. Die körperliche Züchtigung war vor 120 Jahren zwar meistens schon verboten, sie wurde aber dennoch angewandt.
Kinder, die belohnt wurden, durften vorn beim Lehrer sitzen. Manchmal wurden sie auch in ein besonderes Buch eingetragen oder sie bekamen ein kleines Bild geschenkt, ein "Fleißkärtchen", manchmal auch ein Andachtsbild mit einer Darstellung aus den biblischen Geschichten.
✍️
19. Kinder, die früher in der Schule bestraft wurden, ___.
20. Als Belohnungen bekamen sie ___.
13 🎭 Spielt das doch mal nach ...
Ein Vorschlag: Spielt einmal nach, wie Kinder in der Schule früher belohnt und bestraft wurden. Ein Kind ist Lehrer oder Lehrerin, die anderen sind Schülerinnen und Schüler. Bei den Bestrafungen achtet bitte darauf, dass sich niemand weh tut, das war früher sicher anders. Sprecht darüber, wie sich die Kinder gefühlt haben werden, die so behandelt wurden.
14 🙇♀️ Die Schulsachen
Omas Oma benutzte in der Schule eine Schiefertafel, auf der sie mit einem „Griffel“ schrieb. Mit einem Schwamm konnte sie das Geschriebene schnell wieder weg wischen. Omas Oma war gewohnt, zur Schule zu laufen, oft mehrere Kilometer weit. Auf dem Land trugen die Kinder Holzschuhe, die in der Schule im Vorraum ausgezogen wurden.
Die Schultaschen bestanden manchmal aus Eichenholz, manchmal auch aus Leder. Darin bewahrten die jüngeren Kinder Schiefertafel und Griffelkasten auf, die Älteren Schreibhefte und den Katechismus.
✍️
21. Die Kinder liefen ___ zur Schule.
22. Zu ihren Schulsachen gehörten zum Beispiel ___.
15 🙊 Omas und Opas einladen
Dies ist eine Geschichte über die Schule von Omas Oma. Vielleicht könnt ihr aber eure jetzigen Omas und Opas einladen, damit sie euch von ihrer Schulzeit erzählen. Einige Bilder können die euch bestimmt auch zeigen. Die könntet ihr kopieren und in der Klasse zu einem Plakat gestalten.
16 🙊 Und außerdem könntet ihr noch ...
- mit der Hamsterkisteprüfung 1
- und der Hamsterkisteprüfung 2 herausfinden, was ihr gelernt habt.
- Gibt es bei euch in der Nähe ein Schulmuseum? Unbedingt hingehen!
- Ihr solltet auch überprüfen, ob alle eure Fragen beantwortet sind.
















